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Wie die vier Kernfunktionen des No-Line Commerce die Warensteuerung verändern – Teil 1

Posted on 06.06.2018 by Merle Vick - Consultant

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Posted on 06-06-2018 by Merle Vick - Consultant

Nach Multi-Channel und Omni-Channel befindet sich der Handel momentan im Zeitalter des No-Line Commerce. Getrieben durch die digitale Revolution nehmen Kunden sämtliche Vertriebskanäle eines Händlers – egal ob online, offline oder mobil – als Gesamtbild wahr und wählen flexibel den für sie komfortabelsten Weg. Händler werden diesem Anspruch nach Flexibilität und Komfort mithilfe des Quartetts der Kernfunktionen im No-Line Commerce gerecht: Reserve & Collect, Click & Collect, Online-Instore-Ordering und Return-to-Store vernetzen alle relevanten Vertriebskanäle. Diese Varianten bieten dem Kunden zwar eine komfortable Customer Journey, „hinter den Kulissen“ beeinflussen sie allerdings die Bestände und erhöhen die Komplexität der Warensteuerungsprozesse. Lesen Sie im ersten Teil des Blogbeitrags über die Auswirkungen der beiden Kernfunktionen „Reserve & Collect“ und „Click & Collect“:

 

Reserve & Collect

Beginnen wir mit Reserve & Collect, das Kunden aus dem Web in den Store führt. Kunden reservieren online Ware aus dem Bestand eines Stores, entscheiden sich aber erst final vor Ort für einen Kauf. Der Umsatz wird also erst erfasst, wenn Kunden im Store bezahlt haben. Diese Funktion bietet dem Kunden die Sicherheit seine Lieblingsstyles im Store zu finden, setzt händlerseitig aber auch eine hohe Bestandsgenauigkeit voraus. Denn was wäre enttäuschender für erwartungsfrohe Reserve & Collect Kunden als reservierte Ware dann doch nicht im Geschäft zu finden? Händler müssen dazu genau im Blick behalten, dass die aktuellen Store Bestände durch online Reservierungen gemindert werden. Anders als bei reinen offline Käufen gilt es hier den zeitlichen Unterschied zwischen Warenverfügbarkeit und Umsatz zu berücksichtigen. Parallel ist es wichtig den Anteil reservierbarer Ware am Store Bestand nicht zu hoch werden zu lassen, damit der Kunde beim Besuch des Stores ein attraktives und kaufbares Sortiment vorfindet.

Für die Warensteuerung der Händler ist Reserve & Collect eine wertvolle Datenquelle. Kunden hinterlassen beim Reservieren Online ihre „Datenspuren“, die anschließend mit dem Besuch im Store und dem tatsächlichen Einkauf verknüpft werden können. Diese Informationen sind der Rohstoff für treffsichere Prognosen über zukünftige Nachfrageentwicklungen – die Entscheidungsbasis für Allokation und Replenishment.

 

Click & Collect

Beim Click & Collect kaufen Kunden Artikel im Online-Store, die in den gewünschten stationären Store geliefert und dort zur Abholung bereitgelegt werden. Die Bestellung speist sich zwar aus den Beständen des Online-Shops, beeinflusst die Bestände des gewählten Stores aber indirekt: Sind die Kunden erst mal dort, ist der erste Schritt Richtung Zusatzkäufe auch schon getan – so hoffen zumindest die Händler.

Die Warensteuerung muss auf diese Zusatzkäufe eingestellt sein, dafür ist es wichtig die lokalen Gegebenheiten des Stores und der „Click & Collect Kundschaft“ genau zu kennen, ganz nach dem Motto „think locally“: Welche Zielgruppe nutzt in diesem Store die Funktion Click & Collect? Wann bestellen Kunden die Ware? Wann wird sie abgeholt? Wie verschiebt sich die Frequenz im Store durch Click & Collect? Um die Antworten auf diese Fragen in ein intelligentes Demand Forecasting einfließen zu lassen, ist es sinnvoll die online gesammelten Kundendaten zu analysieren, mit Sales Daten zu verknüpfen und so den zukünftigen Bedarf treffsicher zu prognostizieren. So erfolgt die Allokation auf Basis verlässlicher, Store-individueller Prognosen, statt auf Basis generischer Store Cluster.

 

Vergleicht man die beiden Funktionen „Reserve & Collect“ und „Click & Collect“ hinsichtlich ihrer Auswirkung auf die Warensteuerung miteinander, werden Gemeinsamkeiten deutlich: Beide Funktionen zielen darauf ab, die Frequenz im stationären Gespräch zu erhöhen und Zusatzkäufe zu generieren. Gleichzeitig bieten sie Händlern die Chance genauere Informationen über ihre stationären Kunden zu sammeln: die Datenspuren, die sie sowohl beim online reservieren, als auch beim Kauf hinterlassen, sind wichtiger Input für Unternehmensentscheidungen der Sortimentsplanung und Allokation. Händler sollten also parallel zur Einführung der No-Line Funktionen „Reserve- bzw. Click & Collect“ die geeignete Infrastruktur zur systematischen Sammlung und smarten Auswertung von Daten aufbauen. Doch mit der geeigneten Daten-Infrastruktur sind Händler noch nicht gänzlich für die Auswirkungen des No-Line Commerce auf ihre Warensteuerung gerüstet.

Wie sich die zwei weiteren Kernfunktionen des No-Line Commerce „Instore Odering“ und „Return To Store“ auswirken und wie Händler sich dafür rüsten können erfahren Sie im zweiten Teil des Blogbeitrags „Wie die vier Kernfunktionen des No-Line Commerce die Warensteuerung verändern“.

 

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